“Jetzt bin ich dran.”

Mercedesz war ihr Leben lang sportlich. Dann kamen zwei Kinder kurz hintereinander, und über fünf Jahre lang blieb für Sport keine Zeit. Seit Januar trainiert sie bei athletic woman, und die Rückenschmerzen, die sie jahrelang jeden Morgen begleitet haben, waren nach wenigen Wochen weg.

Ein Leben mit Sport und fünf Jahre ohne

Ballett mit drei, wie bei so vielen kleinen Mädchen. Danach Volleyball und schließlich Tennis. Mit 17 kam das erste Fitnessstudio, und seitdem hatte sie in jeder Stadt, in der sie gewohnt hat, ein Studio. „Ich war immer schon sportlich, seit der Kindheit.“

Mit dem ersten Kind ist sie noch bis zum achten Monat gejoggt. Danach hörte es auf, denn das zweite Kind kam direkt hinterher. „Ich hatte keine Zeit mehr und auch keine Muße, mich aufzuraffen und irgendwo hinzugehen.“ Aus der Pause wurden fünfeinhalb Jahre.

Dabei hat ihr der Sport sehr gefehlt. „Ich habe gemerkt: Wenn ich die Treppen hochlaufe, bin ich kaputt. Früher war das alles nicht so. Ich kenne ein Leben mit Sport, ich weiß, wer man ist und wie man sich fühlt. Und ich kenne ein Leben ohne Sport. Das ist nicht miteinander zu vergleichen. Die Lebensqualität leidet massiv.“

Als beide Kinder in der Kita waren, hat sie sich gesagt: „Okay, jetzt ist die Zeit. Jetzt bin ich wieder dran!“ Mitte Dezember hat sie angefangen und sich erst einmal Zeit gelassen, das Studio kennenzulernen und ihre Routine zu finden. Am 1. Januar ging es dann richtig los, als Neujahrsvorsatz.

Die Fitnesswelt von vielen Seiten

Mercedesz kennt das klassische Studio mit Trainingsplan an den Geräten: montags Brust und Bizeps, dienstags Beine, dazu ein Ernährungsplan.

Später hat sie bei einem Personal Trainer fast nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. „Ich habe dort ein ganz anderes Training kennengelernt. Das hat mich völlig gefordert, und ich habe einen ganz anderen Körper bekommen. Aber es war wirklich unglaublich anstrengend.“ Dort hat sie gemerkt, welches Training ihr liegt: „Agiler und funktioneller trainieren, mich mehr bewegen, den ganzen Körper dabei bewegen. Dabei wollte ich bleiben.“

Warum ein Frauenstudio

„In erster Linie, weil ihr ein Frauenfitnessstudio seid. Das hört sich merkwürdig an, aber das war mir in der heutigen Zeit einfach sehr wichtig.“ Je älter sie wurde, desto mehr hat sie gestört, was in gemischten Studios dazugehört: ein sehr junges Publikum, das Angestarrtwerden, manchmal fehlender Respekt. „Man wird selber älter und legt mehr Wert auf ein bisschen Ruhe. Und man zeigt sich dann auch nicht mehr so gern.“

Sie hat sich noch ein zweites Frauenstudio angesehen. Entschieden hat am Ende das Gefühl beim Reinkommen. „Das hier schien mir einfach am sympathischsten, ich kann das gar nicht beschreiben. Ich bin reingekommen und habe gedacht: Ach, ich fühle mich hier wohl. Ich probier's mal.“

Sehr skeptisch, und dann waren die Schmerzen weg

„Ich war sehr skeptisch und habe nicht gedacht, dass es funktioniert.“ Deshalb hat sie erst einmal das Probeabo genommen und dafür lieber etwas mehr bezahlt.

Dazu muss man wissen, womit sie kam. Jahrelang hatte sie Rückenschmerzen auf der linken Seite. Morgens kam sie manchmal kaum aus dem Bett, und fast jeden Morgen hatte sie massive Kopfschmerzen. Ihr Ritual: ein großes Kirschkernkissen fünf Minuten in die Mikrowelle, drauflegen, massieren. „Sonst wäre ich gar nicht in den Tag gekommen. Sonst hätte ich jeden Morgen eine Ibu nehmen müssen.“

Am 1. Januar ging es richtig los. Ende Januar, Anfang Februar waren die Schmerzen weg, und sie sind nicht wiedergekommen. „Ich hätte nicht gedacht, dass man in so kurzer Zeit Erfolg sieht und sich auch noch besser fühlt. Aus meiner Sicht: minimaler Einsatz, maximaler Erfolg. Effizienter geht's gar nicht!“

Stark und widerstandsfähig

Drei- bis viermal pro Woche kommt sie. „Vier ist mein Ziel, dreimal komme ich immer.“ Sie ist sehr glücklich damit, wie ihr Körper heute aussieht und wie stark er geworden ist. „Ich bin total widerstandsfähig. Ich war bis jetzt gar nicht krank. Mein Mann ist Leistungssportler und war jetzt schon ein paar Mal krank. Früher war ich immer die Kränkliche!“

Dieselben Gesichter

Was ihr am meisten Freude macht, fängt schon beim Reinkommen an. „Ich sehe oft dieselben Gesichter. Man kennt sich mittlerweile, man tauscht sich ein bisschen aus, man grüßt sich, man sieht sich auch mal auf der Straße. Das ist wie eine kleine eingefleischte Community.“

Und dann wird trainiert. „Jeder macht sein Training, dann plaudert man noch ein bisschen, und dann geht man nach Hause.“ Den halben Tag im Studio verbringen, mit dem Handy auf den Geräten sitzen und sich fotografieren, das gibt es hier nicht. „Man weiß, man hat eine Aufgabe, und das ist eingebettet in etwas Familiäres. Die Mischung ist einfach total schön.“

Mit achtzig noch selbst die Treppe hoch

Was sie antreibt, ist ihre Gesundheit. „Ich möchte so lange wie möglich so gesund wie möglich bleiben. Auch mit achtzig will ich noch jemand sein, der seine Dinge allein macht, der stark ist, Muskeln hat und ohne Probleme die Treppen hochläuft. Das ist mir auch für meine Kinder und meine Enkel wichtig, dass man einfach da ist, so lange wie möglich.“

Die nächsten Schritte hat sie schon vor Augen. Sie will mehr Muskeln aufbauen, ihr Trainingsplan ist schon angepasst, und im Januar geht es in den Power-Bereich.

Ein Ziel kostet sie dagegen richtig Überwindung: das Laufen. „Ich jogge eigentlich sehr ungern. Aber man soll ja das machen, wovor man Angst hat oder was man nicht kann. Vielleicht ist das mein nächster Neujahrsvorsatz: meinen ganz persönlichen Schweinehund überwinden und irgendwann bei einem Lauf in Halle mitlaufen.“

„Viel Spaß“, auch wenn zu Hause die Bude brennt

Viermal die Woche braucht Zeit, und die muss man sich mit zwei kleinen Kindern erst freischaufeln. Dabei hilft ihr Mann. „Wenn ich zur Tür rausgehe und sage ‚Ich geh jetzt‘, dann sagt er ‚Viel Spaß‘. Auch wenn zu Hause die Bude brennt. Da bin ich sehr happy drüber.“

Wem sie athletic woman empfehlen würde? „Allen Frauen, die Wert auf Qualität legen und auf ein familiäres Umfeld, auf einen gewissen Schutz und Sicherheit. Hier wird niemand ausgeschlossen. Niemand wird angeguckt, ob sie ein paar Kilo mehr hat oder ganz wenige.“

„Das hat dieses Jahr mein Leben verändert. Es war die beste Entscheidung, hierherzukommen.“

Mercedesz´ Rat an alle, die überlegen, mit Fitness anzufangen: Lieber heute als morgen!

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“Ich dachte immer, Sport ist nicht meins…”